Insel Reichenau am Bodensee

Die Insel Reichenau befindet sich im Bodensee. Sie ist die größte Insel des Gewässers und hat eine spannende Geschichte, die bis weit in das Mittelalter reicht. Das Kloster Reicheinau (724-1540), das zum Benediktinerordern gehörte, war in der Karolingerzeit eines der wichtigsten geistlichen Zentren in Europa.

Die Insel Reichenau ist seit 1838 über einen Damm mit dem Festland verbunden. Auf diesem befindet sich eine mit Pappeln geschmückte Allee. Die meisten Besucher kommen mit einem Bus auf die Reichenau. Auf der Insel leben etwa 3200 Menschen, die auf die Dörfer Oberzell, Mittelzell und Unterzell aufgeteilt sind. Viele Besucher kommen nur für einen Tag, aber es gibt auch Unterkünfte für längere Aufenthalte.

Die schillernde Geschichte der Insel wird in vier Museen wieder lebendig. Besonders empfehlenswert ist das „Alte Rathaus“, das mit einer modernen Ausstellung den Besucher in das frühe Mittelalter versetzt. Es wird z.B. erklärt, wie der legendäre Klosterplan von St. Gallen auf der Reichenau entstanden ist.

In der ganzen Welt ist das Kloster Reichenau berühmt für seine prächtigen Handschriften. Die Originale befinden sich größtenteils in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe. Sie werden gar nicht oder nur selten ausgestellt. Aber auf der Reichenau gibt es eine hochwertige Faksimile-Sammlung, die den Besuchern einen sehr realistischen Eindruck von der mittelalterlichen Buchmalerkunst gibt.

Sehr interessant sind die drei Kirchen der Insel. Das Münster St. Maria und Markus war einst die Abteikirche des bereits erwähnten Klosters. Sehenswert sind aber auch die Georgskirche und St. Peter und Paul. Die Burgruine Schopflen zeigt, wie die weltlichen Herrscher auf der Reichenau einst residiert haben.

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